CONTRIBUTE!

– die dritte Kultur

Wettbewerbsbeitrag für die Probebühne 03 des Humboldtlab Dahlem „Tanz der Archive“ Berlin April 2013

Die thematische und ästhetische Vernetzung der beiden Archive, First we Take Berlin und des ethnologischen Museums Berlin, wird in Contribute! um eine Strategie bereichert, die sowohl eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit beiden Archiven ermöglicht, als auch weitere Gegenwartsbezüge in der Lage ist zu stiften. Im Sinne Michel Foucaults („Heterotopie“) wollen wir einen Ort schaffen, an dem mehrere Räume (on-offline) und Zeiten simultan präsent sind. Ein hybrider Ort, der einen Dialog dreier Kulturen – der eigenen, aus der man kommt, der uns nahen, medial vermittelten und der fremden – schafft. Contribute! initiiert mit Hilfe von zwei parallel, miteinander interagierender Räumen, dem physikalisch begehbaren Ausstellungsraum und der prozessualen Repräsentanz im world wide web, ein Kraftfeld zwischen Film und Objekt, in dem – als dritte Kultur – durch die subjektive Lebenswirklichkeit der BesucherInnen ein assoziativer Spannungsbogen, ein „Denkraum“ (Aby Warburg) entsteht. Visual_Humboldtforum

 

Der physikalisch begehbare Ausstellungsraum in Contribute! ist Präsentations-, Informations- und Interaktionsraum gleichermaßen. Die Präsentation der jeweiligen Exponatgruppen: Objekt und Film erfolgt räumlich in der Weise, dass sie für den Betrachter nur gemeinsam rezipierbar werden. Jeder Gruppe zugeordnet steht den BesucherInnen ein Terminal mit Zugang zur digitalen Repräsentanz von Contribute! zur Verfügung. Die digitale Repräsentanz nutzt spezifische partizipative Möglichkeiten des virtuellen Raumes, hinsichtlich der Integration individueller Lebenswirklichkeiten und der damit verbundenen Multiperspektivität. Hier können die BesucherInnen vor Ort oder via Internet ihre eigenen Beiträge, Kommentare, Assoziationen in Form von Texten, Bildern oder eigenen kleinen Filmbeiträgen einbringen. Interessenbezogen lassen sich eigene Exponatgruppen erstellen und Taxonomien schaffen, die eine Vergleichbarkeit der Artefakte möglich werden lässt. Des Weiteren schafft die digitale Plattform Zugang zu Kontextwissen und vertiefenden Informationen zu den Exponaten, die von den Nutzern hier verwertet und ergänzt werden können. Die Beiträge der BesucherInnen vor Ort und der OnlinenutzerInnen werden mittels Echtzeitprojektion in den physikalischen Ausstellungsraum transformiert. Umgekehrt werden die Eingaben aus dem Ausstellungsraum im virtuellen Raum präsent. Durch diese subjektiven Ergänzungen der BesucherInnen, sowohl im Real-, als auch im virtuellen Raum, wird der „Denkraum“ zwischen den Objekten und Filmen zum dritten Exponat.

in Zusammenarbeit mit Thomas Hammacher.

 



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