Content Curation DASA Szenografie Kolloquium 2015

 

hierarchical model 

Curators Exhibition Development Models (analog/digital)

              networked

Content Curation. Digital versus Analog. Neue Konzepte des Kuratierens

Das Kuratieren ist die Königsdisziplin unter den musealen Aufgabenfeldern, sie ist die Voraussetzung einer jeder Ausstellung und gibt jedem Museum seine ihm eigene Stimme. Auf eine nahezu zweihundertjährige Tradition zurückblickend, erfährt die kuratierende Tätigkeit seit den 1970er Jahren eine zunehmende Popularisierung und Professionalisierung, in deren Zusammenhang die Person des Kurators / der Kuratorin einen hohen Aufmerksamkeitsstatus erlangt. Er / Sie wird zum Kulminationspunkt eines interdisziplinären Netzwerkes des Wissens, das sich aus Personen, Institutionen und Dingen zusammensetzt. So überrascht es auch nicht, dass die Tätigkeit des Kuratierens, seine Voraussetzungen und Expertise im Zentrum der museologischen Diskurse und Diskussionen der letzten Jahre stehen. Hier möchten wir nun eine weitere Form des Kuratierens ins Spiel bringen, die einen Raum schafft, die Möglichkeiten des Internets für die spezifischen Anforderungen in der Museumsarbeit fruchtbar zu machen: das digitale Kuratieren (Content Curation). Durch sie entstehen neue Möglichkeiten der Akkumulation und des Transfers von Wissen wie auch der Kommunikation über die institutionellen Grenzen des Museums hinaus, die die Arbeit der Kuratoren/Kuratorinnen nachhaltig verändern, ja, eine neue Form des Kuratierens selber erforderlich machen werden.

In unserem Workshop möchten wir anhand eines konkreten Ausstellungssegments aus der Dauerausstellung der DASA die Unterschiede des klassischen ‚analogen‘ und des digitalen Kuratierens erfahrbar machen und diskursiv behandeln. An einem Beispiel aus dem Ausstellungsbereich „Im Wettlauf der neuesten Nachrichten“ werden wir der Frage nachgehen, wie der Kurator der Zukunft diese beiden Formate für seine Arbeit effektiv nutzen und aus einer Kombination analogen und digitalen Kuratierens neue richtungsweisende Ausstellungskonzepte entwickeln kann.

Nach einer kurzen Einführung werden zwei Workshopgruppen parallel arbeiten. Während die erste Gruppe in einem halbstündigen Zeitfenster den bestehenden Ausstellungsteil auf sein Aussagepotential, aber auch auf eventuelle Defizite hin einer Analyse unterziehen wird, wird die zweite Gruppe zeitgleich online auf von uns vorgegebenen Plattformen und unter Einsatz dazu notwendiger Tools zum gleichen Thema recherchieren. Im Anschluss daran findet eine Auswertung der erarbeiteten Ergebnisse beider Gruppen statt.

Hierbei werden wir vor allem der Frage nach dem Mehrwert nachgehen, den das digitale in Verbindung mit dem analogen Kuratieren, in Zukunft für die Entwicklung des Ausstellungswesens haben kann. Wie verändert es unsere Wahrnehmung der musealen Wirklichkeit und wie wird es sich auf die Expertise des Kurators selber auswirken?

 

gemeinsam mit Thomas Hammacher (analoges Kuratieren) Januar 2015



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